Lizenzfreie Fotos?

Die Ente "lizenzfreie Bilder"


Lizenzfreie Fotos - lizenzfreie Bilder

Quak, quak ...

Es gibt sie in Deutschland nicht. Es gibt sie wirklich (noch) nicht, die digitalen, lizenzfreien Fotos! O.k. wenn man einmal von diesen seltenen Sonderfällen wie beispielsweise amtlichen Werken absieht. Es ist juristisch definitiv unmöglich und dennoch in der Bilderszene eine liebevoll gefütterte Ente. Warum? Weil der User sie haben will, Bilder ohne Rechte, Bilder ohne Pflichten für den Nutzer. Lizenzfreie Bilder sind ein richtig kapitaler Hirsch, umsatzmäßig betrachtet, also geben wir sie ihm doch einfach! Tja und wenn einer es tut, müssen alle es tun, sonst geht der Kunde einfach zum nächsten ... Märchenonkel. Quak.

Warum kann es sie heute noch nicht geben?

Freie Fotos, korrekt "gemeinfreie Fotos", also Fotos, auf denen kein Urheberrecht mehr liegt, gibt es per Gesetz bei uns erst, wenn der betreffende Fotograf mindestens seit 70 Jahren verstorben ist.

Die erste wirklich marktreife Digitalkamera wurde von Sony 1991 mit einer Auflösung von sage und schreibe 376 × 284 Pixeln auf der CeBit vorgestellt. Nehmen wir nun an, der Fotograf Dagobert Duck - nur um bei den Enten zu bleiben - hätte direkt 1991 noch auf der CeBit ein digitales Selbstportrait geschossen und wäre anschließend postwendend vor lauter Stolz geplatzt, so wäre dieses Foto ab 2061 gemeinfrei. Noch Fragen?! ^^

Wie entstand dieser Unfug?

Die im deutschsprachigen Internet inzwischen peinlicher Weise übliche Bezeichnung "lizenzfrei" basiert schlicht auf einer falschen Übersetzung des bereits im Englischen fehlerhaften "Royalty Free - RF" (frei von Honoraren). Sie bedeutet nicht, dass die Werke frei von Urheberrechten wären oder einfach kopiert oder genutzt werden dürften. Sie besagt lediglich, dass für die Nutzung keine aufwendigen Einzelfall-Honorarberechnungen erforderlich sind. Sie sind nicht einmal tatsächlich frei von Honoraren.

Aber es gibt doch CC-Lizenzen!

Klar, wie der Name schon sagt: "Lizenzen" und nicht "lizenzfrei"! Auch die CC-Lizenzen schreiben Nutzungsbedingungen vor, die strikt eingehalten werden müssen. Das Mindeste ist hier die Urhebernennung und in keinem Fall darf der Nutzer die Aufnahmen unter sein eigenes Urheberrecht stellen.

Manch Webseitenbetreiber erledigt diesen Urheberrechtsverstoß gern schwungvoll mit einem einzigen Handstreich im Impressum: Alle Inhalte auf diesen Seiten unterliegen dem Copyright ... Schwups und schon ist es passiert. Genauere Infos: Creative Commons Lizenzverträge

Google bietet doch lizenzfreie Fotos!

Nein. Google hat überhaupt keine eigenen Fotos - von firmeninternen einmal abgesehen. Die Bilder, die Google in der Bildersuche zeigt, gehören weitestgehend alle anderen Urhebern. Selbst wenn über "Suche lizenzfrei" gesucht wird, kann die Maschine nur raten, weshalb Google unter jedem Bild noch einmal ausdrücklich darauf hinweist: "Die Bilder sind eventuell urheberrechtlich geschützt".

Erst lesen, dann mitnehmen!

In der Realität ist das alles noch viel komplizierter, als es hier verständlich erläutert werden könnte. Es gibt immer Ausnahmen und Sonderfälle und es gibt leider auch immer Restrisiken für den Nutzer. Das einzige was hilft, das Kleingedruckte lesen und zwar peinlich genau, egal ob es sich nun um Pixelio-, Fotolia- oder einfach "gefundene" Fotos handelt. IMMER.

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